Sein Ziel verfolgen

Sein Ziel verfolgen, seiner Berufung nach gehen, seinem Wesen entsprechend leben, seine ganze Kraft und Energie in das packen, was einem entspricht, in das EINE WAHRE, das was man machen will!!! – ist so einfach, wenn man es einfach macht. Zum Beispiel aus dem nichts heraus einem am Himmel umherflatterndem Entenpaar über abgemähte Stoppelfelder folgen. Egal ob Frauchen gerade eben noch  in dem dümmlichen Glauben war, das  Pfötchen geben links und rechts mitten auf einem Feldweg klappt ja schon super. „Ha, Pfötchen geben, Enten auf spüren, sie zu dir treiben Frauchen, das will ich, da brauchst du mir nicht mal Leckerchen ins Maul stopfen.“

Max ist ein Springer, ein Jagdhund, ein Welsh Springer Spaniel. Es ist aussichtslos zu glauben, in so einem Manöver, hätte irgend eine Art meiner Rückrufversuche auch nur ein Fünkchen von der Macht, die dieses blöde Entenpaar am Himmel hatte. Welches auch obendrein beim Fliegen noch schnatterte, als riefen sie ihm zu: „Uns kriegst du nie, hihi!“

Ehrlich gesagt, aber das darf ich mir gegenüber meinem Hund nicht anmerken lassen, dieses energievolle Rennen bei Max zu sehen, diese Kraft, da muß ich schon staunen und ich habe dieses schöne Tier aus tiefstem Herzen bewundert. So muß man sein Ziel verfolgen, ohne Ausbremsversuche anderer. Wer sein Leben ändern will, und nicht weiß, wo er anfangen soll, wer sein Ziel verschwommen und davonplätschern sieht, der nehme sich einen Hund. Punkt! Alles andere passiert von alleine.

Na gut, aber jetzt Schluß. Zurück zum sprunghaften Davonpirschen. Das geht natürlich nicht, wenn man in zivilisierter Gemeinschaft mit Frauchen und Herrchen leben will, da kann man nicht als Springer machen was man will.

Allerdings, nach diesem Vorfall ist mir klar, dass ich in meiner Max – Erziehung die Prioritäten neu ordnen werde. Aber eine kleine Standpauke hielt ich ihm dann zu Hause trotzdem, obwohl es natürlich viel zu spät war, und mein Wortschwall an seinem Fell wie Regen runter lief. Doch mir zu liebe tat er ein bißchen so, als wenn er mich verstehen würde. Das kann eben nur ein Welsh Springer. 🙂

   

 

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